Mäuschenklein

Manchmal fühle ich mich klein, ganz mäuschenklein. Manchmal fühle ich mich riesengroß. Manchmal bin ich mutig, nicht nur dann, wenn ich es sein muss – und manchmal bin ich es nicht. Dann kommt es mir vor, als sei ich aus hauchdünnem Porzellan und passe auf, dass ich nicht aus Versehen irgendwo anstoße.

Manchmal sehe ich eine Mutter vor mir, im Spiegel, sehe die Fürsorge, das Beschützen und die Liebe, sehe all das auf einem Fleck. Manchmal sehe ich eine Frau vor mir, die ich schon lange bin, die keine andere geworden ist, nur mehr, seitdem sie auf einem Fleck all das erkennen kann, was wichtig ist.

Ich sage dir was, liebe Wolke, manchmal ist es so, manchmal ist es anders: mäuschenklein, riesengroß. Mutig, feige. Mutter, Frau.

Menschen sind nicht Entweder-oder.
Sie sind und.

Und das ist verdammt gut so.

 

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